Six Sigma im Kreuzverhör
Die Projektmanagement-Methode für Null-Fehler-Qualität wirft Fragen auf:
Was ist Six Sigma, wo setzt es an, was bringt es mir? – Die häufigsten Fragen und kompakte Antworten für Sie zusammen gestellt.
In 3 Sätzen beschrieben: Was ist Six Sigma? Six Sigma optimiert Prozesse nachhaltig im Sinne der Null-Fehler-Qualität und generiert dadurch systematisch enorme Einsparpotenziale. Es ist eine clevere Kombination bewährter Tools aus dem Qualitätsmanagement mit fundierten statistischen Fakten im Rahmen eines äußerst stringenten Projektmanagements. Ausgangspunkt sind dabei grundsätzlich die Erwartungen und Anforderungen der Kunden, die konsequent in Projekten aufgegriffen und umgesetzt werden. |
Six Sigma – eine Methode nur für die Produktion?
Richtig ist, dass Six Sigma ursprünglich aus der Produktion kommt. Richtig ist aber auch, dass mittlerweile verstärkt Dienstleistungs- und Handelsunternehmen diesen Weg gehen, beispielsweise durch Prozessoptimierung in Bereichen wie Beschaffung, Supply Chain, Administration, Service etc.
Während das „klassische“ Six Sigma bestehende Prozesse optimiert, setzt das sogenannte „Design for Six Sigma (DFSS)“ bereits bei der Produktentwicklung und -entstehung an: schneller Marktzugang, zielgruppengerechtes und robustes Produktdesign sowie Reduzierung der Kosten in nachgelagerten Bereichen wie Vertrieb, Marketing und Service stehen hierbei im Fokus.
Konkrete Beispiele für ein solches Projekt?
Alle Six Sigma Projekte haben ein klar eingegrenztes Ziel verbunden mit konkreten Messgrößen zur Zielerreichung und sind ausgerichtet an der Unternehmensstrategie.
Es geht dabei grundsätzlich um Prozessoptimierung wie zum Beispiel:
- Reduzierung des Ausschusses (Produktion),
- Verkürzung der Transportzeiten (Logistik) oder der Angebotslegung (Vertrieb),
- Erfüllung von Service Vereinbarungen zum Beispiel im Facility Management (Service),
- Optimierung von Roll-out Prozessen oder Verkürzung der Ticket-Bearbeitung (IT),
- Optimierung der Patientenaufnahme oder der OP-Vorbereitung (Klinik).
In Six Sigma Green Belt oder Black Belt Trainings werden in der Regel bereits parallel zur Ausbildung Projekte bearbeitet. Die dort erzielten Einsparungen bewegen sich mindestens im fünfstelligen Bereich.
Was ist so speziell an Six Sigma Projekten?
Das klassische Six Sigma setzt an existierenden Prozessen an, um diese nachhaltig zu verbessern. Das Projektmanagement folgt dabei grundsätzlich dem logischen Ablauf der 5 Phasen des sogenannten „DMAIC-Zyklus“: Define – Measure – Analyse – Improve – Control.
In der Analyse-Phase kommt verstärkt die Statistik ins Spiel, um dem „Bauchgefühl“ konkrete Fakten gegenüberzustellen und fundiertes Datenmaterial zu erheben. Die diversen Einflussfaktoren auf den jeweiligen Prozess werden mit allen Wechselwirkungen bestimmt und ihre optimale Kombination („best settings“) ermittelt.
Neben diesen fortgeschrittenen Methoden der Statistik kommen in einzelnen Projektphasen auch Methoden aus dem Qualitätsmanagement zum Einsatz. Nicht nur aus diesem Grund ist die Integration von Six Sigma in bereits bestehende Management- und Business Excellence-Systeme äußerst sinnvoll. Wo gängige Methoden und Systeme allerdings längst an ihre Grenzen der Prozessoptimierung stoßen, realisiert Six Sigma in der Regel zusätzliche Verbesserungen.
Welcher „Belt“ ist der richtige?
Die Belt Hierarchie spiegelt die unterschiedlichen Rollen in der Six Sigma „Hierarchie“ und die Komplexität der zu bearbeitenden Verbesserungsprojekte wider. Yellow Belts sind verantwortlich für überschaubare Verbesserungsprojekte im Sinne von Kaizen und liefern Support für die Green Belts – den eigentlichen Projektleitern. Die Black Belts und Master Black Belts sind die Six Sigma Profis, denen neben der Leitung von komplexen Projekten verstärkt auch die Funktion des Coach und internen Beraters für das Management zukommt. Nicht selten wird Six Sigma daher auch als Instrument zur Personalentwicklung verstanden.
In 3 Punkten: was bringt Six Sigma meinem Unternehmen?
- Nachhaltige Produktivitätssteigerung,
- konstante Null-Fehler-Qualität,
- enorme Kostensenkung.
In 3 Punkten: was bringt Six Sigma mir persönlich?
- Effizienzsteigerung in der Projektmanagement-Methodik,
- Erweiterung der persönlichen Tool-Box und Expertise,
- Steigerung des internen und externen Marktwertes.

