Change-Management bei Energieversorger
Im Zuge der Energiewende strukturieren sich viele Großunternehmen neu.
TÜV SÜD hat den Know-how Transfer für die Umsetzung einer Biogasanlage begleitet
August 2011
Im Zuge der Energiewende organisieren insbesondere große Energieversorger ihre Unternehmensstrukturen neu. Mit der strategischen Neuausrichtung auf kleinere regionale Projekte müssen die bestehenden Prozesse und Arbeitsschritte angepasst und in neue Einheiten übertragen werden. Am Beispiel eines Biogasanlagen-Projekts hat TÜV SÜD den Know-how-Transfer auf eine Tochterfirma mit eigenen Change Agents begleitet.
„Was vor der Umstrukturierung eines Unternehmens und bei Großprojekten noch reibungslos funktioniert hat, wird nach einer Neuausrichtung nicht selten zum Problem“, sagt Dirk Walter von der Abteilung Dampf-, Druck- und Umwelttechnik bei TÜV SÜD Industrie Service. „Das gilt insbesondere für zentrale Erfolgsfaktoren wie die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, die technische Expertise und das Wissen zu Betreiberpflichten und Haftungsrisiken.“ Folge sind meist Kostensteigerungen und die verzögerte Inbetriebnahme von Kraftwerken und Anlagen.
Expertise für den Bau einer Biogasanlage
Beim Bau einer Biogas-Pilotanlage durch eine neu gegründete Energieversorger-Tochter kam es zu Verzögerungen in der Bauphase, bei der Abnahme und Inbetriebnahme der Anlage. Mithilfe der Experten von TÜV SÜD Industrie Service ließen sich Schwachstellen identifizieren und der Prozessablauf für die folgenden Projekte optimieren. Dirk Walter: „Anstelle von doppelwandigen Rohrleitungen wurden bspw. einwandige Rohrleitungen erdverlegt. Das verstößt gegen das gängige Wasserrecht und kann erhebliche haftungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.“
Um einen rechtlich und sicherheitstechnisch einwandfreien Betrieb der Anlage sicherzustellen, Synergien zu schaffen und die Teamarbeit zu fördern, wurden die einzelnen Prozessschritte mit den Beteiligten gemeinsam analysiert. Dezentral vorhandenes Know-how zu Betrieb, Engineering, Arbeitsschutz, Recht und Qualitätsmanagement wurde gebündelt. „Dadurch konnte die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten deutlich verbessert und die Risiken mit Bezug auf Haftung und Kosten minimiert werden“, so Dirk Walter. Die abschließende Untersuchung des Projekts hat darüber hinaus gezeigt, dass so die Kosten deutlich gesenkt werden konnten.
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