Referenzbeispiele
Weltweit erstes Fresnel-Kraftwerk
TÜV SÜD hat für das solarthermische Pilotprojekt der NOVATEC BIOSOL AG ein ganzheitliches Genehmigungs- und Qualitätsmanagement durchgeführt.
(März 2009)
Innovative Anlagenkonzepte werden von den bestehenden Richtlinien und länderspezifischen Anforderungen häufig nicht eindeutig erfasst. Für das weltweit erste kommerziell betriebene solarthermische Kraftwerk mit Fresnel-Technologie beauftragte die NOVATEC BIOSOL AG, Karlsruhe, ein ganzheitliches Genehmigungs- und Qualitätsmanagement. TÜV SÜD Industrie Service hat das Innovationsprojekt von der Planung über den Bau bis zur Gesamtabnahme begleitet. Im Fokus: die Bewertung zahlreicher verfahrens-, ingenieur- sowie sicherheitstechnischer Aspekte.
„Unsere solarthermischen Kraftwerke mit linearen Fresnel-Kollektoren erzeugen Prozessdampf, aus dem sich über konventionelle Dampfturbinen Strom gewinnen lässt“, sagt Martin Selig, CEO von NOVATEC BIOSOL. „Darüber hinaus sind industrielle Prozessdampf-Anwendungen, das Entsalzen von Meerwasser oder solares Kühlen möglich.“ Das 2006 gegründete Karlsruher Unternehmen zählt bereits heute zu den führenden Herstellern in diesem Segment. Hauptkomponenten des solarthermischen Kraftwerks in Spanien sind die solaren Dampferzeuger-Einheiten. Eine konventionelle Turbine wandelt den Dampf in eine elektrische Leistung von 1,4 MW um.
Ganzheitliches Qualitäts- und Prüfmanagement
Für das Pilotprojekt musste nicht nur eine Vielzahl technischer Spezifikationen und Normen beachtet werden. Das neuartige Anlagenkonzept erforderte zudem eine besondere Klassifizierung einzelner Anlagenteile – einschließlich technischer Lösungsalternativen für das Komponentendesign. „Die genehmigungsrechtlichen Auswirkungen auf das Anlagenkonzept sind frühzeitig offenzulegen“, sagt Hans Christian Schröder, Branchenmanager Kraftwerke bei TÜV SÜD. „Das betrifft neben Design und Herstellung auch die Abnahme und den Betrieb der Anlage.“
Eine Herausforderung war es, ein optimales Design für die Kompensation einer Längenänderung bei den Absorberrohren zu erarbeiten, die aus Temperaturschwankungen durch das tägliche An- und Abfahren des Kraftwerks resultieren. Hierfür wurde ein Wellschlauch aus Spezialstahl konzipiert, der die veränderliche Rohrlänge ausgleicht. Zudem sollte der sicherere Betrieb bei hoher Anlagenverfügbarkeit und Effizienz gewährleistet werden. Ebenso galt es, die Lebenszykluskosten als wesentlicher Bestandteil der Gesamtkosten zuverlässig zu ermitteln und zu optimieren.
„Als Folge unterschiedlichster planerischer und behördlicher Anforderungen war es nicht zielführend, die Anlagenbereiche segmentiert anhand der zugehörigen Regelwerke zu bewerten“, so Hans Christian Schröder. „Vielmehr wurde die Gesamtanlage als funktionale Einheit erfasst und integriert abgenommen.“ Das bedeutet für den Betreiber langfristig Planungssicherheit sowie eine hohe Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks.
Martin Selig: „Mit TÜV SÜD haben wir einen Partner, der in der Lage ist, die Inbetriebnahme innovativer Hochtechnologien international zu begleiten. Dies war wesentlich für die erfolgreiche Genehmigung des weltweit ersten Fresnel-Solarkraftwerks.“
Vorteile auf einen Blick: |
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