Fallbeispiel Energiekonzept
Energiekonzept für neuen Produktionsstandort
Nachhaltig und versorgungssicher:
Photovoltaik-Unternehmen profitiert von individuell dimensionierten Energielösungen
(November 2007)
Neben wirtschaftlichen Bezugslösungen für Strom, Wärme und Kälte wird der Aspekt der Versorgungssicherheit bei Produktionsanlagen immer wichtiger. Als Entscheidungsgrundlage für die geplante Werkserweiterung eines Photovoltaik-Unternehmens hat TÜV SÜD Industrie Service ein nachhaltiges Energiekonzept entwickelt.
Das Unternehmen produziert Siliziumwafer für solartechnische Anwendungen und plant in unmittelbarer Nähe zu seinem bestehenden Werk eine weitere Produktionshalle. Ergänzend zum Fremdbezug von Energie ist die Stromeigenerzeugung ein zentraler Punkt. „Bei der Wafer-Produktion wären die Folgekosten eines kompletten Stromausfalls und dem daraus resultierenden abrupten Anlagenstillstand besonders hoch“, sagt Frank Schröter vom Referat Energiesysteme der TÜV SÜD Industrie Service GmbH.
Ganzheitlicher Lösungsansatz
In einem ersten Schritt erfolgt die Bestandsaufnahme, bei der TÜV SÜD-Experten den Ist-Stand des Projekts einschließlich der Betreibervorgaben durchgehen. So wurde der künftige Jahresenergie-Bedarf nach den einzelnen Verbrauchern und Komponenten aufgeschlüsselt. Im vorliegenden Fall haben die Ingenieure dann die Kapazitäten der Versorger geprüft sowie den Anschluss an eine regional verfügbare Erdgas-Pipeline. „Für eine optimal dimensionierte Anlagentechnik und die beste Betriebsvariante vergleichen wir mehrere Möglichkeiten z. B. nach Leistungsgröße, Konfiguration oder Herstellerkombination“, sagt Frank Schröter. „Weil die technischen Anlagen mitunter komplexe Wechselwirkungen aufeinander ausüben, muss die Planung die Gesamtheit der Anforderungen im Blick behalten.“ Anhand von Modellrechnungen mit einzelnen Parametern wie etwa Strom- und Erdgaspreisen werden verschiedene Szenarien verglichen.
Organisatorische Maßnahmen und finanzielle Planungen sind neben technischen Aspekten weitere Bestandteile des Energiekonzepts. Dazu zählen Aufwendungen für Instandhaltung und Personal sowie Betriebs- und Mietkosten. Auch können Investitionsförderungen Planungsbestandteile sein: Bspw. sind geförderte Investitionskredite möglich, wenn bei Maßnahmen zur Energieeinsparung definierte Verbrauchsminderungen nachgewiesen werden.
Innovative Anlagentechnik
Für den Wafer-Produzenten hat TÜV SÜD ein individuelles Energiekonzept erarbeitet, dass neben dem Fremdbezug von Energie ein eigenes Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung und modernen Kältemaschinen vorsieht. Bei einem Stromausfall ist das BHKW leistungsstark genug, um zentrale technische Anlagen kontrolliert herunterzufahren und so Folgekosten zu vermeiden. Die Kraft-Wärme-Kopplung dient als Energiequelle für die Kälteerzeugung und wichtige Sekundärprozesse.
Mit den individuell optimierten Bezugslösungen profitiert die neue Produktionsanlage künftig nicht nur von einer effizienteren Ressourcenbilanz. Auch ermöglicht das zukunftsorientierte Energiekonzept eine fundierte Investitionsplanung.
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