Qualitätssicherung bei Spezialkunststoffen
TÜV SÜD hat für die AGFA Gevaert HealthCare GmbH eine zuverlässige und wirtschaftliche Wareneingangskontrolle entwickelt.
Dabei werden die besonderen Eigenschaften angelieferter Hochleistungspolymere validiert.
(Juli 2010)
In der Medizintechnik kommen aufgrund ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten vermehrt moderne Spezialkunststoffe zum Einsatz. Die AGFA Gevaert HealthCare GmbH, verarbeitet als Anbieter integrierter Imaging-Systeme für Radiologie, Mammographie und Orthopädie angelieferte Bauteile aus Hochleistungspolymeren. Um die besonderen Qualitätsanforderungen und die sichere Funktion von Kunststoffbauteilen wie z. B. Zahnräder, Buchsen, Lager und Gehäuseteile von externen Anbietern zu prüfen, hat die AGFA Gevaert HealthCare GmbH die Kunststoff-Experten von TÜV SÜD Industrie Service mit der Entwicklung einer optimierten Wareneingangskontrolle beauftragt.
„Die zentrale Herausforderung bestand darin, die besonderen Eigenschaften von High-Performance-Polymeren innerhalb einer Wareneingangsprüfung zu validieren," sagt Josef Vath vom TÜV SÜD eigenen Institut für Kunststoffe. „Denn eine direkte Validierung von physikalischen, thermischen und chemischen Parametern ist innerhalb einer herkömmlichen Wareneingangsprüfung in der Regel zu aufwendig und nicht mehr wirtschaftlich." Für die zuverlässige und kostengünstige Beurteilung der Funktionalität der angelieferten Bauteile haben die TÜV SÜD-Experten eine maßgeschneiderte Werkstoffidentprüfung erarbeitet.
Werkstoffidentprüfung mit kombinierten Verfahren
Beim ersten Schritt zur Identprüfung erstellt TÜV SÜD Industrie Service einen Fingerprint des geforderten Kunststofftyps, um etwaige Abweichungen beurteilen zu können. .Die Ergebnisse der einzelnen Untersuchungen werden in einem Analysenpaket zusammengefasst, das schließlich den Fingerprint eines Werkstofftyps ergibt. Im zweiten Schritt werden die zu überprüfenden Bauteile umfassend analysiert. Nach Übereinstimmung des Fingerprints mit den Referenzspektren/Kurven erfolgt eine Bauteilfreigabe. Diese bestätigt die Identität des vorgegebenen Werkstofftyps und gewährleistet somit die von dem Hochleistungskunststoff geforderten Eigenschaften. Für die Analyse kombinieren die Experten Verfahren wie Infrarotspektroskopie, Thermogravimetrie, Dynamische Differenz Kalorimetrie oder die Röntgenfluoreszenzanalyse.
Durch eine stichprobenartige Wareneingangsprüfung reduziert die AGFA Gevaert HealthCare GmbH das Risiko, nichtfreigegebene Werkstoffe bei Bauteilen zu verarbeiten, was zu einem vorzeitigen Bauteilversagen führen kann. Auslieferungsstopps oder Rückrufaktionen der betroffenen Geräte sind mögliche Folgen – mit unter Umständen erheblichem Kostenaufwand.
„Entscheidend für die Qualitätssicherung bei der AGFA Gevaert HealthCare GmbH sind die aufeinander abgestimmten Bewertungs- und Überwachungsinstrumente, die sich über die gesamte Wertschöpfungskette erstrecken," sagt Josef Vath. „Das reduziert Haftungsrisiken und ermöglicht eine zuverlässige und wirtschaftliche Qualitätssicherung bei der Wareneingangsprüfung."
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