Fallbeispiel Pipeline-Sanierung

  

Pipeline-Sanierung ohne Betriebsunterbrechung mit "Hot-Sleeves"

Stahl-Manschetten von TÜV SÜD: In der Region Süd wurde das Sanierungsverfahren erstmals bei E.ON Ruhrgas angewandt

(Dezember 2006)

Mit den von TÜV SÜD Industrie Service entwickelten Hot-Sleeves hat Energieversorger E.ON Ruhrgas eine Gaspipeline in Obermichelbach bei Nürnberg wirtschaftlich saniert.

Bei dem Sanierungsverfahren für Rohrfernleitungen handelt es sich um spezielle Stahl-Manschetten, die bei zahlreichen Innen-/Außenfehlern und Fehlergeometrien anwendbar sind. Hot-Sleeves lassen sich zeitsparend montieren und erfordern nur geringen Materialaufwand. Hingegen sind bei herkömmlichen Verfahren oft aufwändige Vorbereitungen und Schweißarbeiten nötig. Beim Hot-Sleeves-Verfahren wird nur die Manschette geschweißt, nicht das zu sanierende Produktenrohr. Daher muss der Leitungsbetrieb bei der Sanierung nicht unterbrochen werden und die Gasversorgung wird aufrechterhalten.

E.ON Ruhrgas hat allein im vergangenen Jahr rund 690 Milliarden Kilowattstunden Erdgas abgesetzt. Um die Integrität einer Leitung in der Region Süd sicher zu stellen, sollte eine Abweichung in der Wandstärke saniert werden. Ziel war, die entsprechende Stelle durch den Einsatz von Hot-Sleeves zu verstärken und vergleichsweise wieder auf das Niveau einer neuen Leitung zu bringen.

Wirtschaftliche Montage

Da die Sanierungsarbeiten eine kurzfristige Druckabsenkung erforderlich machten, musste der Gastransport im Vorfeld exakt gesteuert werden. Das eigentliche Anbringen der Manschette und die damit verbundenen Schweißarbeiten dauerten nur einen Tag: Im Bereich der freigelegten Wandstärken-Abweichung werden zwei Rohrhalbschalen mit einer Zentriervorrichtung ringförmig um die Fehlstelle gepresst, anschließend gleichmäßig erwärmt und mit Längsnähten verschweißt. So entsteht eine Manschette, die sich beim Abkühlen schließlich vollflächig an das zu sanierende Rohr anschmiegt.

Langfristiger Werterhalt

Die Wirksamkeit der Manschette wird von Experten der TÜV SÜD Industrie Service direkt nach der Montage überprüft und nachgewiesen. Heute entspricht der Wert der Leitung vergleichsweise wieder dem Niveau einer neuen Leitung. Nach der gelungen Erstanwendung des Sanierungsverfahrens bei E.ON Ruhrgas prüft das Untenehmen Hot-Sleeves als Alternative auch für künftige Anwendungsfälle.

Zentral für die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung ist nicht nur ein kosteneffizientes Verfahren, sondern auch, dass die Fehlstellen langfristig saniert sind. Laut eines Forschungsberichts der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. (DGMK) wies das von TÜV SÜD Industrie Service entwickelte Sanierungsverfahren mit Hot-Sleeves keinerlei Einschränkungen hinsichtlich Stabilität und Lebensdauer auf – und das unabhängig des Mediums in der Leitung.

Vorteile auf einen Blick:
  • Sanierung bei laufendem Betrieb möglich.
  • Zeitsparende und problemlose Montage.
  • Geschwächte Rohre erhalten ursprüngliche Rohrfestigkeit zurück.
  • Anwendbar bei verschiedenen Innen-/Außenfehlern und Fehlergeometrien.
  • Sämtliche Schweißarbeiten erfolgen nur an den Manschetten, nicht an der Leitung.
  • Geringer Materialaufwand


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