Fallbeispiel Erdgas Schwaben
Gasversorger als klimaneutral zertifiziert
TÜV SÜD hat die CO2-Bilanz des Gasversorgers Erdgas Schwaben überprüft. Das Unternehmen schöpft vielfältige Möglichkeiten zum Klimaschutz aus.
(Mai 2009)
Nachhaltigkeit im Produktions- und Betriebsablauf gewinnt für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Für Kunden ist sie nach und nach zu einem wichtigen Entscheidungskriterium geworden. Besonders im Fokus stehen Energieversorger: Sie müssen marktgerechte Konditionen bieten und zugleich an Verbesserungen im Sinne des Klimaschutzes arbeiten. Dem Gasversorger Erdgas Schwaben hat TÜV SÜD Industrie Service vor kurzem die Klimaneutralität bescheinigt. Das bedeutet, dass das Unternehmen im gesamten Geschäftsbetrieb nicht mehr CO2 ausstößt als es dort oder an anderen Stellen einspart.
„Das Projekt mit Erdgas Schwaben zeigt, wie eine ganzheitliche Planung die CO2-Bilanz deutlich verbessern kann. Hier wurde wirklich keine Möglichkeit ausgelassen, um Emissionen einzusparen“, sagt Dr. Sven Kolmetz, Leiter der Abteilung Carbon Management Service von TÜV SÜD Industrie Service. Für die Treibhausgas-Bilanz wurden sämtliche Emissionen berücksichtigt, die in der Verwaltung sowie durch die elektrischen Anlagen zum Gastransport an den Endkunden entstehen. Die Zertifizierung schließt auch den Individualverkehr der 250 Mitarbeiter ein wie die Anreise zum Arbeitsplatz oder Geschäftsreisen. Alle Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit dem Betrieb stehen auf der Soll-Seite der CO2-Bilanz.
Um die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens klimaneutral zu gestalten, muss die Bilanz vollständig ausgeglichen werden.
Klimaneutraler Geschäftsbetrieb
Unternehmen können ihre Treibhausgasbilanz auch durch Aktivitäten über ihre eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus ausgleichen. Erdgas Schwaben hat beispielsweise einen Teil seiner Emissionen über Investitionen in die Erzeugung von Bio-Wärme und Bio-Strom kompensiert. Seine Kunden hat der Gasversorger bei Gebäudesanierungen und beim Einsatz effizienter Technologien wie Mini-Blockheizkraftwerken und Gas-Wärmepumpen unterstützt. Vollständig ausgeglichen wurde die CO2-Bilanz schließlich durch ein Projekt im Rahmen des Emissionshandels. Im türkischen Yuntdag investierte der bayerische Gasversorger in eine Windkraftanlage, die pro Jahr 42,4 Megawatt Strom ins türkische Netz einspeist. Dies entspricht Einsparungen von etwa 113.000 Tonnen Kohlendioxid.
Für Dr. Sven Kolmetz ist das Projekt geradezu ein Musterbeispiel: „Ich würde so weit gehen zu sagen, dass eine weitere CO2-Reduzierung in diesem Fall fast nicht mehr möglich ist.“ Mit der Zertifizierung durch TÜV SÜD kann Erdgas Schwaben seine Klimaneutralität nun glaubhaft dokumentieren.
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