Fallbeispiel JI-Projekt
Weltweit erstes Joint-Implementation-Projekt registriert
Irisches Unternehmen profitiert nach Modernisierung seiner Auslandstochter in der Ukraine und kann Emissionsgutschriften in den Heimatmarkt übertragen
Nach der Prüfung durch TÜV SÜD wurde das weltweit erste Joint-Implementation-Projekt (JI-Projekt) erfolgreich bei den Vereinten Nationen registriert.
Ein registriertes JI-Projekt ermöglicht Unternehmen Emissionsreduktionen im Ausland umzusetzen, was meist besonders wirksam und gleichzeitig wirtschaftlich ist.
| Vorteile auf einen Blick: |
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Durch den Transfer moderner Technologien in aufstrebende Industrienationen können Einsparungen erzielt werden, die in hoch industrialisierten Ländern kaum mit vergleichbaren Effizienzgewinnen zu realisieren sind. Davon überzeugt ist auch die irische CRH plc, Dublin, ein international führender Produzent von Baustoffen und -materialien. Durch die geplanten Investitionen von CRH plc in die Modernisierung der Zementproduktion ihres ukrainischen Tochterunternehmens Podilsky Cement, Kamyanets-Podilsky, können im Zeitraum 2009-2012 rund 3 Mio. Tonnen an CO2-Emissonen eingespart werden.
Zementproduktion modernisieren
Das Zementwerk in Kamyanets-Podilsky zählt zu den größten der Ukraine. Doch konnten hier besondere Energieverbraucher und veraltete Produktionsverfahren identifiziert werden. Zur Senkung der Emissionen schlugen die technischen Experten im Zementwerk vor, den bisherigen feuchten Produktionsprozess – der als besonders energieintensiv gilt – künftig auf ein modernes Trockenverfahren umzustellen. TÜV SÜD prüfte die Machbarkeit der geplan-ten Maßnahmen und die hieraus resultierenden Einsparungen. Das Ergebnis: ein um 53 Prozent reduzierter Energieverbrauch und damit rund 750.000 Tonnen weniger CO2-Ausstoß pro Jahr.
Für eine Registrierung prüfen
Zunächst unterzieht ein internationales Experten-Team von TÜV SÜD Industrie Service die Projektdokumentation, das so genannte Project Design Document (PDD), einer eingehenden Betrachtung. Das vom Investor vorzulegende PDD hat den Stand eines Genehmigungsantrags und muss nachweisen, dass durch die geplanten Maßnahmen tatsächlich besondere Reduktionen entstehen. Anschließend folgen eine Desktop- und eine Ordnungsprüfung sowie die Vor-Ort-Besichtigung mit Audit, zu der dann ein detaillierter Bericht erarbeitet wird. Zeigt die Prüfung, dass das Projekt genehmigungsfähig ist, kann es bei der zuständigen Lan-desbehörde und schließlich bei den Vereinten Nationen registriert werden. Nun kann der Investor mit der Umsetzung des Projekts beginnen.
Investor und Gastgeber profitieren
Für die Modernisierung des ukrainischen Tochterunternehmens wird der irische Investor CRH plc Emissionsgutschriften bzw. handelbare Zertifikate erhalten. Podilsky Cement hin-gegen profitiert vom Transfer modernster Technik und umweltschonenden Produktionsverfahren. Durch die Einbindung von TÜV SÜD erlangen alle Beteiligten Planungssicherheit – zudem wird der reibungslose Ablauf des weltweiten Emissionshandels gefördert.
(Mai 2007)


