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Medikamente

  

Psychotrope Stoffe: Missbrauch nicht ausgeschlossen

Mehr als 20 Millionen Deutsche greifen täglich zu Medikamenten. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren schätzt, dass 1,2 bis 1,4 Millionen Bundesbürger (darunter zwei Drittel Frauen) von psychoaktiven Medikamenten abhängig sind.

Bei einer repräsentativen Umfrage von 1997 gaben 19,5 Prozent der Frauen (4,6 Mio.) und 11,5 Prozent der Männer (2,8 Mio.) an, im letzten Monat mindestens einmal pro Woche auf die Psyche wirkende Medikamente (der Arzt spricht von psychoaktiven oder psychotropen Stoffen) eingenommen zu haben.

Medikamentenmissbrauch liegt vor, wenn

  • das Arzneimittel nicht zum eigentlichen Zweck konsumiert wird
  • die Dosis nicht den vorgeschriebenen Mengen entspricht

Vor allem Medikamente, an deren Wirkung sich der Körper schnell gewöhnt (sog. Toleranzbildung z. B. bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln), führen häufiger zur Ausbildung eines Missbrauchs bis hin zur Abhängigkeit. Der Grund für die Abhängigkeit ist meist in den psychischen Bedingungen zu suchen, wenn durch den Medikamentenkonsum immer häufiger Spannungszustände wegtherapiert werden und der Betroffene förmlich verlernt, Unangenehmes auch eine Zeit lang auszuhalten.


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