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Wirkung von Alkohol

  

Viele Menschen denken bei der Wirkung von Alkohol im Straßenverkehr vor allem an eine verlangsamte Reaktion. Das stimmt, es ist aber längst nicht alles. Viel wesentlicher sind die Einschränkungen der Wahrnehmungsleistung und der Auffassungsgabe.

Wir können nur auf das reagieren, was wir sehen. Mit Alkohol fahren wir, als wären wir alleine auf der Straße.

 

Was verändert sich im Bereich der visuellen Wahrnehmung?

Blickfeld
Entfernungsschätzung
Hell-Dunkel-Anpassung
Farbsehen
Umstellung Nah auf Fern

Und dann sind da noch die Störungen in der motorischen Koordination!

Und wie sehr steigt eigentlich die Unfallgefahr durch Promille?

Blickfeld

Bereits bei 0,8 Promille ist das Blickfeld tunnelförmig eingeengt. Was sich seitlich abspielt, wird in zunehmendem Maße nicht mehr wahrgenommen werden.

Unsere Wahrnehmung ist an der Peripherie zwar sehr ungenau und unscharf.

Dennoch kommen von der Seite jene wichtigen Impulse, die unsere Blickrichtung steuern und uns dort hinschauen lassen, wo etwas passieren wird. Unter Alkoholeinfluss bleibt der Blick hingegen starr nach vorne gerichtet.

Testen Sie selbst, wie sehr das Blickfeld nach Alkoholgenuss eingeschränkt wird:

Richten Sie Ihre Augen geradeaus, strecken die Arme mit erhobenem Zeigefinger seitlich aus und bewegen dann Ihre Arme langsam im Halbkreis nach vorne, bis Sie Ihre Zeigefinger sehen. Vergleichen Sie den Abstand zwischen Ihren Zeigefingern mal mit und ohne Alkoholeinfluss.

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Entfernungsschätzung

Das Zusammenspiel der Augen ist unter Alkoholeinfluss beeinträchtigt. Zur Entfernungsschätzung aber ist gut funktionierendes "Stereo-Sehen" notwendig.

So wird z. B. der Abstand zum Vordermann unterschätzt und man fährt zu dicht auf. Auch die Entfernung entgegenkommender Fahrzeuge oder die Größe von Verkehrslücken wird überschätzt.

Es kommt schneller zu Unfällen beim Überholen, Einscheren oder Linksabbiegen mit Gegenverkehr.

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Hell-Dunkel-Anpassung

Die Fähigkeit der Augen, sich an wechselnde Lichtverhältnisse anzupassen, ist beeinträchtigt. Die Pupillen können sich bei Lichteinfall (Gegenverkehr nachts) nicht schnell genug verengen, es fällt zu viel Licht ein und man ist geblendet. Schuld ist der Alkohol und nicht das angebliche Fernlicht des anderen!

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Farbsehen

Die hohe Empfindlichkeit unserer Augen für rotes Licht lässt nach. Das Rotlicht verblasst, Schluss- und Bremsleuchten verlieren ihren warnenden Signalcharakter.

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Umschalten von Nah auf Fern

Die Fähigkeit der Augen, die Sehschärfe schnell vom Nahbereich auf den Fernbereich umzustellen, ist beeinträchtigt. Das Sehen ist dadurch länger als gewöhnlich unscharf, verschwommen und sogar doppelt. Es geht wertvolle Zeit für die Reaktion verloren, wenn´s mal eng wird!

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Motorische Koordination

So nennt man das Zusammenspiel verschiedener Bewegungsabläufe, z. B. der Hände, Arme und Beine.

Unter Alkoholeinfluss funktioniert das Zusammenspiel dieser Bewegungsabläufe nicht mehr reibungslos. Die Bewegungen werden fahrig, unsicher, ruckhaft.

Selbst einfache Bewegungen wie das Anzünden einer Zigarette oder das Einschenken gelingen nicht mehr fehlerlos. Auch der Gleichgewichtssinn ist gestört.

So sehen Ihre Risiken aus:

 

 

Lenkbewegungen gestört

0,8 Promille

übersehen von wichtigen Verkehrsinformationen

verlängerte Reaktionszeit

0,6 Promille

Farbempfinden der Augen lässt nach

beginnender Tunnelblick

0,4 Promille

Verschlechterung der Entfernungsschätzung

 

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Unfallgefährdung durch Promille

Unfälle passieren auch nüchternen Fahrern. Doch steigt unter Alkoholeinwirkung die Unfallwahrscheinlichkeit in Abhängigkeit von den Promille-Werten überaus stark an.

Wie viel größer ist die Gefahr des angetrunkenen Fahrers, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden?

Blutalkoholkonzentration

Unfallwahrscheinlichkeit

0,5

2 x

0,6

3 x

0,8

4 x

1,0

7 x

1,2

10 x

1,4

20 x

1,6

35 x

 

und

Wie viel größer ist die Gefahr des angetrunkenen Fahrers, an einem Unfall beteiligt zu sein?

Blutalkoholkonzentration

Unfallwahrscheinlichkeit

0,5

8 x

0,6

16 x

0,7

20 x

0,8

34 x

1,0

85 x

1,2

100 x

1,5

115 x

 

Sie sehen, bereits mit 0,5 Promille sind sie mit doppelter Wahrscheinlichkeit Verursacher eines Unfalls und mit beeindruckend hoher 8-facher Wahrscheinlichkeit sind Sie an einem Unfall beteiligt, den Sie nüchtern vermieden hätten!

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