Mensch & Technik - Ausgabe 02/2011
Mensch & Technik - Ausgabe 02/2011
Die Sommerferien rücken näher – und damit auch die große Urlaubszeit. Deshalb steht diese Ausgabe des Mensch & Technik Newsletters ganz im Zeichen des Reisens. Zunächst erklären die Experten von TÜV SÜD, welche Arzneimittel in eine gut gepackte Reiseapotheke gehören. Anschließend geben sie Tipps für eine sichere Online-Buchung der Urlaubsreise und was dabei beachtet werden sollte. Im letzten Thema geht es schließlich um die Reiseplanung und wie sich diese bei verschiedenen Reisearten unterscheidet.
Die Themen des Newsletters
- Reiseapotheke
- Reisen sicher online buchen
- Reiseplanung
Reiseapotheke
Auch in den schönsten Wochen des Jahres wird meist das ein oder andere Medikament benötigt. Die fremde Sprache und die oft andere Zusammensetzung der Medikamente erschweren im Urlaubsland den Kauf von Arzneimitteln vor Ort. Daher gehört in jedes Reisegepäck eine kleine, gut sortierte Apotheke, um leichtere Beschwerden ohne großen Aufwand selbst behandeln zu können. Zur Grundausstattung gehören Medikamente gegen Fieber und Schmerzen, Verbandsmaterial wie Pflaster, Mullbinden und sterile Wundkompressen, Klebeband, eine Schere, eine Pinzette und Desinfektionsmittel. Weiterhin sind Medikamente gegen Reiseübelkeit und Durchfall sowie gegen Schnupfen und Halsschmerzen sinnvoll. Je nach Jahreszeit und Reiseziel sind außerdem Sonnencreme und ein Gel zur Behandlung von Insektenstichen notwendig. Medikamente, die ohnehin regelmäßig eingenommen werden müssen, sollten bei Flugreisen im Handgepäck und nicht im Koffer verstaut werden – das Risiko, dass der Koffer verloren gehen kann, ist dafür zu groß. Prinzipiell gilt dies auch für den Rest der Reiseapotheke. Da aber aus Sicherheitsgründen nur noch geringe Mengen an Flüssigkeiten im Handgepäck erlaubt sind, muss ein Teil davon doch in den Koffer. Neben den tagtäglichen Medikamenten sollten auch die Arzneimittel mitgenommen werden, die hin und wieder verwendet werden, wie zum Beispiel Mittel gegen Migräne, Antiallergika oder verdauungsfördernde Mittel. Alle Medikamente, die mit auf die Reise gehen, sollten sich nach Möglichkeit bereits bewährt haben und gut vertragen worden sein. Außerdem ist ein Blick auf das Verfallsdatum sinnvoll. Denn abgelaufene Präparate sind nicht mehr wirksam oder teilweise sogar schädlich. Während der Reise ist es wichtig, dass das Gepäckstück mit den Arzneimitteln nicht in der Sonne liegt, da Medikamente hitzeempfindlich sind.
Wen es an Reiseziele wie Afrika, Südamerika oder Asien zieht, sollte sich vorher gut informieren, welche Impfungen und speziellen Medikamente hier notwendig sind. Eine entsprechende Reiseberatung für alle Urlaubsländer bietet beispielsweise der TÜV SÜD an. Weitere Informationen dazu gibt es unter: http://www.tuev-sued.de/gesundheit_arbeitsplatz_urlaub/rund_um_den_urlaub/1._vorab_informieren
Reisen sicher online buchen
Immer mehr Urlaubsreisen werden online gebucht. Schließlich bietet das Internet eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Recherche und für Vergleiche. Doch gerade bei der Onlinebuchung sind einige Dinge zu beachten, um nicht Opfer von Betrügern zu werden. So sollte schon beim ersten Blick auf die Startseite einer Reise-Website der hohe Qualitätsanspruch eines Anbieters deutlich werden. Dazu zählen eine übersichtliche Gestaltung und eine benutzerfreundliche Anwendung. Alle Leistungen sollten detailliert beschrieben sein und Angaben zu möglichen Zusatzkosten, wie beispielsweise Serviceentgelte, sollten deutlich gemacht werden. Die Bedingungen des Kaufvertrags zwischen Online-Händler und Kunde sind meist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen angegeben. Diese sollten einfach zu finden, verständlich verfasst sein und sowohl zum Abspeichern und als auch zum Ausdrucken sein. Genauso einfach sollten sich die Angaben zur Identität des Online-Anbieters finden lassen. Dazu gehört neben der Adresse und Telefonnummer im besten Fall auch der Name eines persönlichen Ansprechpartners. Vertrauenswürdige Anbieter überlassen es ihren Kunden, ob sie zusätzliche Informationen zur Person, die für die Abwicklung einer Buchung nicht nötig sind, angeben möchten oder nicht. Sind derartige Angaben für den Kauf verpflichtend, ist es besser, bei einem anderen Online-Reiseportal zu buchen.
Hat ein Anbieter keine sichere Datenübermittlung, sollten dort auf keinen Fall persönlichen Daten angegeben und auch keine Reise gebucht werden. Ob die Datenübertragung verschlüsselt und damit sicher ist, lässt sich anhand von zwei Merkmalen erkennen. In der Adresszeile steht dann statt „http“ ein „https“ und am unteren Rand des Browserfensters wird ein Schloss-Symbol angezeigt. Ist das Schloss zu, werden die Daten verschlüsselt übertragen, ist es offen, werden sie unverschlüsselt übertragen. Wer sich schließlich für ein Online-Reiseportal entschieden hat, sollte bei der Dateneingabe sehr sorgfältig vorgehen, denn durch Tippfehler und Zahlendreher können Dokumente wie zum Beispiel Flugtickets ungültig sein oder gar nicht erst ankommen. Die Internetseite mit der Buchung und die Bestätigung des Reiseanbieters sollte man sich ausdrucken, um nachweisen zu können, welche Leistungen angeboten und gebucht wurden. Wer ganz sicher gehen will, achtet bei den Online-Anbietern auf Prüfzeichen unabhängiger Organisationen.
Mit dem „s@fer-shopping“-Siegel von TÜV SÜD werden nur Reiseportale ausgezeichnet, die eine sichere Datenübertragung, schlüssige Leistungsbeschreibungen und eine gute Buchungsabwicklung vor Ort anbieten. Zusätzlich gehen hier die Bearbeitung von Kundenanfragen und die Übersichtlichkeit der Website mit in die Bewertung ein.
Weitere Informationen zur Zertifizierung durch das „s@fer-shopping“-Siegel und welche Online-Anbieter sich bereits prüfen ließen, gibt es unter http://www.safer-shopping.de/
Reiseplanung
Bei jeder Art des Reisens – egal ob per Auto, per Bus, per Zug oder per Flugzeug – müssen bestimmte Dinge eingeplant und beachtet werden. In jedem Fall gilt es aber, die Wohnung oder das Haus urlaubsfit zu machen. Dafür muss das Wasser abgedreht, die Heizungen herunter oder ausgeschaltet und alle Fenster und Türen geschlossen werden. Idealerweise wird noch ein Freund, Nachbar oder Familienmitglied damit beauftragt, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen, die Pflanzen zu gießen und den Briefkasten zu leeren. Wer sich nun mit dem Bus oder dem Zug auf den Weg in den Urlaub macht, sollte sich frühzeitig um eine Platzreservierung kümmern und genügend Zeit für die Strecke zum Abfahrtspunkt beziehungsweise zum Bahnhof einplanen. Letzteres gilt natürlich auch für Flugreisen, denn hier muss noch die Zeit für den Check-In und die Sicherheitskontrolle bedacht werden. Aufgrund der Sicherheitsrichtlinien für Flugreisen dürfen im Handgepäck nur Flüssigkeitsbehälter mit einer maximalen Füllmenge von 100ml transportiert werden. Diese müssen in einem durchsichtigen und vollständig verschließbaren Plastikbeutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen verstaut sein. Wer sich nicht an diese Regelung hält, muss Flüssigkeiten, beispielsweise eine Wasserflasche, an der Sicherheitskontrolle abgeben. Bei einem Urlaub außerhalb Europas wird für die Einreise häufig ein Visum, aber mindestens ein Reisepass benötigt. Um nicht kurz vor dem Ziel wieder umkehren zu müssen, ist es wichtig, rechtzeitig vor Antritt der Reise zu überprüfen, ob alle Dokumente vorhanden und gültig sind. Aber auch bei der Urlaubsanreise mit dem Auto gibt es einiges zu beachten. Zunächst gilt es, sicher zu gehen, dass das Auto voll funktionstüchtig ist, das Kühlerwasser aufgefüllt und der Reifendruck überprüft wurde.
Geht es an die Streckenplanung, hilft es, sich im Internet zu erkundigen, auf welchen Strecken Baustellen sind und wo es Engpässe gibt. Wenn es möglich ist, sollte antizyklisch gefahren werden – also nicht dann, wenn alle fahren. So ist zum Beispiel nachts oder ein paar Tage vor beziehungsweise nach dem Ferienanfang deutlich weniger auf den Straßen los. Zusätzlich gilt es, sich bereits vor der Fahrt eine Reiseroute und eine Alternative dazu herauszusuchen – auch wenn ein Navigationsgerät an Bord ist. Wer sich auf den Weg in ein anderes Land macht, sollte zusätzlich abklären, ob dort ein internationaler Führerschein nötig ist oder die deutsche Fahrerlaubnis ausreicht. Hilfreich ist es auch, sich über die Verkehrsregeln und mögliche Strafen in den entsprechenden Ländern zu informieren. So gilt auf Schweizer Autobahnen beispielsweise eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.
Werden diese Tipps beachtet, sollte einem schönen und entspannten Urlaub nichts im Wege stehen. Die Experten von TÜV SÜD wünschen eine gute Reise.
Kontakt: Bettina Tillmanns

